Fragen und Antworten

Grundlagen Multikanal

Was ist die Multikanalaudiometrie am AT2000 und wofür wird sie eingesetzt?

Die Multikanalaudiometrie ermöglicht die gleichzeitige Ausgabe mehrerer Sprachtestsignale über unterschiedliche Wandler (z. B. Lautsprecher, Kopfhörer, Implantatanschluss) zur räumlichen und signalgetrennten Sprachmessung.

Wie erfolgt der Zugriff und das Management von Multikanal-Konfigurationen?

Über Patientenverwaltung → Testauswahl → Multikanaudiometrie können Konfigurationen ausgewählt, geprüft, favorisiert, neu angelegt, bearbeitet, dupliziert, gelöscht oder direkt gestartet werden.

Wie ist eine Multikanal-Konfiguration strukturiert?

Die Konfiguration gliedert sich in drei Bereiche: linke Seitenleiste (Definition der Messabfolge und Wechsel zwischen Messungen), Zentralbereich (Testmaterial, Wandlerzuordnung, Signalpegel), rechter Bereich (Polarplot zur Visualisierung aller aktiven Wandler).

Welche Regeln gelten für Messungen, Testmaterial und Wandler?

Innerhalb einer Messung bleiben Testmaterial und Wandler konstant, während mehrere Testlisten mit variierenden Pegeln möglich sind. Pro Testsignal ist genau ein Wandler erlaubt; ein einzelner Wandler kann bis zu vier unterschiedliche Signale gleichzeitig wiedergeben.

Welche Testverfahren und Wandler können verwendet werden?

Alle installierten Ein- und Mehrsilbertests sind nutzbar. Grundsätzlich stehen alle angeschlossenen Wandler zur Verfügung, mit Ausnahme der Knochenleitung, die in der Multikanalaudiometrie nicht verwendet wird.

Welche Rolle spielt der Polarplot in Konfiguration und Messung?

Der Polarplot visualisiert die räumliche Anordnung, Aktivierung und Pegel aller Wandler einer Messung und dient sowohl der Konfigurationskontrolle als auch der laufenden Messanpassung.

Müssen Konfigurationen gespeichert werden, bevor gemessen wird?

Nein. Eine Konfiguration kann benannt und gespeichert oder alternativ ohne Speicherung direkt gestartet werden.

Wie unterscheidet sich die Messoberfläche von der klassischen Sprachaudiometrie?

Die Messoberfläche folgt derselben Bedienlogik wie die Sprachaudiometrie, verzichtet jedoch auf ein zweites Audiogramm und ergänzt die Darstellung um den Polarplot.

Wie werden Pegel, Wandler und Testgruppen während der Messung gesteuert?

Testgruppen werden über die Seitenleiste gewählt; Signalpegel lassen sich wandlerbezogen unterhalb des Polarplots anpassen. Über ein Schloss-Symbol können Pegeländerungen zwischen Wandlern gekoppelt werden, einzelne Lautsprecher lassen sich gezielt aktivieren oder deaktivieren.

Wie werden Messpunkte symbolisch dargestellt?

Messpunkte nutzen Kreis oder Kreuz, wenn Kopfhörer oder Implantatanschluss beteiligt sind – auch bei gleichzeitiger Vertäubung eines Ohres. Bei ausschließlich freifeldbasierten Messungen wird das Symbol B verwendet; zusätzliche Modifikationen erfolgen bei Störgeräuschen oder Hörsystemeinsatz.

MATCH (Mainzer Audiometric Test for Children)

Was ist MATCH und wie wird der Test im AT2000 durchgeführt?

MATCH ist ein kindgerechter Sprachtest, der über Patientenverwaltung → Testauswahl → Ton- und Sprachaudiometrie → MATCH gestartet wird und über eine zentrale Testansicht mit linker Konfigurationsleiste und mittlerem Bedienbereich gesteuert wird.

Welche Parameter lassen sich vor Testbeginn konfigurieren?

In der linken Seitenleiste werden Testohr, Wandler, Testpegel, Störgeräusch, adaptive Testführung sowie die Antwortoberfläche konfiguriert; zusätzlich kann eine individuelle Wortliste aus 26 Wörtern mit mindestens 10 Elementen erstellt werden.

Wie läuft der Test- und Probedurchgang ab?

Nach Abschluss der Konfiguration kann ein nicht gewerteter Probelauf oder ein gewerteter Test gestartet werden; pro Wort werden vier Antwortoptionen angezeigt, das Zielwort grün markiert und die Patientenantwort schwarz hervorgehoben.

Wie werden Antworten, Wiederholungen und Ergebnisse dokumentiert?

Antworten werden per Touchpad oder durch manuelle Eingabe des Untersuchers erfasst, Wiederholungen protokolliert und nach Testende grafisch sowie tabellarisch mit Prozentwerten, Pegeln und Antwortzeiten pro Wort dargestellt.

Vertäubung in Ton- und Sprachaudiometrie

Wie wird Vertäubung im AT2000 grundsätzlich angewendet?

Vertäubung kann jederzeit über den Pegelschieberegler des Gegenohres aktiviert und angepasst werden – sowohl in der Ton- als auch in der Sprachaudiometrie.

Welche Vertäubungssignale stehen in der Tonaudiometrie zur Verfügung?

Sinuston, Rosa- oder Weißes Rauschen, Schmalbandrauschen und Steiles Schmalbandrauschen mit kontinuierlicher, gepulster oder gewobbelter Präsentation; standardmäßig ist Schmalbandrauschen voreingestellt.

Was ist gleitende Vertäubung und wie funktioniert sie?

Bei aktivierter gleitender Vertäubung mit „Aktuellen Abstand beibehalten“ wird der Pegelabstand zwischen Prüf- und Vertäubungsohr fixiert, sodass der Vertäubungspegel automatisch mit dem Prüfpegel mitwandert.

Welche festen Pegelabstände können alternativ definiert werden?

Für Luftleitung −30 bis −50 dB HL, für Knochenleitung +10 bis +20 dB HL, sofern keine gleitende Vertäubung aktiv ist.

Welche Besonderheiten gelten in der Sprachaudiometrie?

Es steht ausschließlich sprachverdeckendes Rauschen zur Verfügung, das kontinuierlich oder mit Pausen sowie optional mit vorlaufender Dauer in Sekunden abgespielt werden kann.

Messverfahren Tonaudiometrie: Modifikationen (Teil 2)

Welche erweiterten Steuerfunktionen stehen in der Tonaudiometrie zur Verfügung?

Über die untere zentrale Leiste lassen sich Pegelinkrement (1/2/5 dB), erweiterte Pegelbereiche, erweiterte Frequenzbereiche, zweite Messkurven und das Antwortmikrofon steuern.

Was bewirkt die erweiterte Pegel- und Frequenzfreigabe?

Die Pegelerweiterung erlaubt bis zu 115 dB HL für Kopfhörer, die Frequenzfreigabe ermöglicht mit dem DD450 Messungen bis 16.000 Hz; beide Funktionen gelten nicht für Knochenleitung oder Freifeld.

Wie funktionieren zweite Messkurven?

Aktivierte zweite Kurven werden farblich hervorgehoben und mit einer „2“ markiert, während erste Kurven ausgegraut im Hintergrund verbleiben.

Welche Funktion hat das Antwortmikrofon?

Bei Aktivierung werden alle aktuellen Signale unterbrochen und die Stimme des Untersuchers über die gewählten Wandler ausgegeben – bei Freifeldlautsprechern besteht Rückkopplungsgefahr.

Bedienpult (AT2000)

Welche Rolle spielt das Bedienpult im Arbeitsablauf?

Das Bedienpult ermöglicht die vollständige Steuerung nahezu aller Testverfahren am AT2000, ohne dass die Hände das Pult verlassen müssen.

Wie ist das Bedienpult funktional aufgebaut?

Zentral: Tastatur für Texteingaben, Hotkeys und Szenariosteuerung;
seitlich: Pegelschieber und Unterbrechertasten für Test- und Vertäubungsohr;
unten: Steuerkreuz für Kernfunktionen der Ton- und Sprachaudiometrie.

Welche Vorteile bietet diese Aufteilung?

Ergonomische Haltung, parallele Pegelsteuerung, schnelles Unterbrechen von Signalen und sichere Durchführung auch komplexer Messungen über längere Zeiträume.

Audiogramm-Symbole in Ton- und Sprachaudiometrie

Wie werden Messpunkte im Audiogramm definiert?

Primär durch die Messart, zusätzlich durch Wandler und Vertäubung; die Symbolik ist fest definiert und nicht veränderbar.

Wie werden Messpunkte verbunden und interpretiert?

Verbindungen richten sich nach Messart und Wandler, entscheidend sind Punktabstände oder dazwischenliegende „nicht gehört“-Markierungen; nicht gehörte Punkte liegen stets auf dem aktuellen Pegel.

Wie werden Sonderfälle gekennzeichnet?

Implantatmessungen mit „d“, zweite Messkurven mit „2“, überschwellige Verfahren mit eigener Symbolik.

Wie lassen sich Messpunkte filtern oder ausblenden?

Über „Messwertanzeige“ in der linken Seitenleiste können Messarten ein- oder ausgeblendet werden; vorhandene Messarten werden hervorgehoben und per Klick gesteuert.

Grundlagen Regiometrie (Ton)

Was ist Regiometrie am AT2000 und wie unterscheidet sie sich von der Tonaudiometrie?

Die Regiometrie ist eine Erweiterung der Tonaudiometrie zur erweiterten Freifeldmessung und wird über die Testauswahl oder das Kontextmenü aufgerufen; sie ergänzt die klassische links/rechts-Logik um eine Trennung zwischen Signal- und Maskierer-Wandler.

Wie ist die Messoberfläche der Regiometrie aufgebaut?

Die Oberfläche entspricht strukturell der Tonaudiometrie mit zentralem Audiogramm, linker Konfigurationsleiste und zusätzlicher rechter Seitenleiste zur Anzeige eines Polarplots der Freifeldlautsprecher; eine untere Leiste erlaubt den direkten Wechsel der aktiven Lautsprecher.

Wie werden Signal- und Maskierer-Wandler in der Regiometrie gehandhabt?

Das Testsignal wird grundsätzlich über Freifeld ausgegeben (S-Markierung), während der Maskierer neben Freifeldlautsprechern auch über Luftleitungs-Wandler oder Implantatanschluss erfolgen kann (M-Markierung).

Wie erfolgt die Auswahl und Umschaltung von Freifeldlautsprechern?

Signal-Lautsprecher werden per Mausklick oder über die Zahlentasten 1–8 gewechselt; Maskierer-Lautsprecher über Rechtsklick oder Zahlentasten mit gedrückter Shift-Taste; Lautsprecher mit Lampensymbol können zusätzlich bildgestützt aktiviert werden.

Wie werden Regiometrie-Messpunkte dargestellt und interpretiert?

Messpunkte nutzen die Symbole der Tonaudiometrie, ergänzt um seitliche Informationen zu Signal- und Maskierer-Wandler, Signalrichtung und Signalart; pro Messkurve ist stets nur eine Konfiguration zulässig, deren Änderungen optional automatisch oder bestätigt übernommen werden.

Grundlagen Sprachaudiometrie

Wie wird die Sprachaudiometrie am AT2000 gestartet und strukturiert?

Nach Patientenauswahl kann die Sprachaudiometrie direkt oder über die Testauswahl gestartet werden; sie besteht aus einer oberen Funktionsleiste, einer linken Konfigurationsleiste, einem zentralen Item-Bereich und optional einer rechten Seitenleiste zur Einblendung der Tonaudiogramm-Hörkurve.

Welche Einstellungen werden vor der Messung vorgenommen?

In der linken Seitenleiste werden Wandler, Messgruppen und Wortlisten gewählt; der Messbereich wird im Audiogramm wandlerabhängig weiß hinterlegt, das aktive Messohr farblich markiert (rot/rechts, blau/links).

Wie wird eine Diskriminationsschwelle erfasst?

Nach Festlegung des Prüfpegels wird die Messung gestartet, Items werden automatisch abgespielt und direkt als richtig oder falsch markiert; Ergebnisse werden fortlaufend gespeichert und die Messung kann gruppenweise erfolgen.

Wie werden Antworten, Wiederholungen und Korrekturen gehandhabt?

Patientenantworten können zusätzlich textlich erfasst werden; Items lassen sich wiederholen, solange die Gruppe nicht abgeschlossen ist, wobei nur bereits abgespielte Items der aktuellen Gruppe verfügbar sind.

Wie erfolgt der Ohrwechsel und die Speicherung der Ergebnisse?

Nach Abschluss eines Ohres kann per Klick auf R/L oder über F3 gewechselt werden; nach Messung beider Ohren wird die Sitzung beendet und die Diskriminationsschwelle in der Testhistorie gespeichert.

Grundlagen Tonaudiometrie

Wie ist die Messoberfläche der Tonaudiometrie am AT2000 aufgebaut?

Die Oberfläche besteht aus einer oberen Funktionsleiste, einer dauerhaft geöffneten linken Seitenleiste zur Grundkonfiguration sowie einem zentralen Bereich zur direkten Bearbeitung von Messpunkten und Messbereichen.

Welche vorbereitenden Einstellungen sind für die Schwellenmessung erforderlich?

Vor Messbeginn werden Wandler und Signal geprüft oder gewählt; der wandlerabhängige Messbereich wird im Audiogramm weiß hinterlegt, das aktive Messohr farblich hervorgehoben.

Wie wird ein Hörschwellenpunkt ermittelt und bestätigt?

Beim Erhöhen des Prüfpegels bewegt sich das Messsymbol automatisch; sobald der Patient den Ton wahrnimmt und bestätigt, wird der Messpunkt grün markiert und final bestätigt.

Wie wird die Messung über Frequenzen und Ohren durchgeführt?

Die Schwellenbestimmung wird frequenzweise wiederholt; nach Abschluss eines Ohres erfolgt der Ohrwechsel per Mausklick oder über F3, anschließend die Messung des zweiten Ohres.

Wie werden Ergebnisse gespeichert und weiterverwendet?

Nach Abschluss beider Ohren wird die Sitzung beendet, und die erfassten Hörschwellen erscheinen dauerhaft in der Testhistorie des Patienten.

Patienten suchen (Datenbank)

Wie funktioniert die Patientensuche in der AT2000-Datenbank?

In der Patientenverwaltung werden initial bis zu 25 Patienten angezeigt; die Liste kann schrittweise über „Mehr Patienten laden“ erweitert und parallel über ein Suchfeld gefiltert werden.

Welche Datenfelder werden aktuell für die Suche verwendet?

Derzeit werden ausschließlich Vor- und Nachname berücksichtigt; weitere Datenfelder sind für zukünftige Versionen vorgesehen.

Wie verhält sich die Suche bei wachsender Trefferliste?

Die Ergebnisliste wird bei Texteingabe dynamisch reduziert, kann jedoch weiterhin manuell um zusätzliche Patienten erweitert werden.

ERKI (Richtungshörprüfung)

Was ist ERKI und wie wird die Messung gestartet?

ERKI ist eine Richtungshörprüfung aus den Oldenburger Messprogrammen und wird über Testauswahl → Oldenburger Messprogramme → ERKI als externe Software gestartet.

Welche Vorbereitung ist vor der Messung erforderlich?

Sichtschutz und Lichtleiste müssen montiert, der Drehregler kalibriert und gut erreichbar positioniert sowie der Patient korrekt nach vorne ausgerichtet werden.

Wie ist ein ERKI-Messprotokoll aufgebaut?

Ein Protokoll besteht aus einem oder mehreren Messblöcken mit definiertem Testsignal, Prüfpegel, Abstandswinkel, Wiederholungsanzahl (1–10), Stimulusart (Pegel- oder Zeitdifferenz) und einem Referenzdatensatz.

Wie läuft ein Messblock praktisch ab?

Nach Signalpräsentation richtet der Patient den Lichtpunkt mittels Drehregler zur wahrgenommenen Richtung aus; bestätigte Antworten werden als „X“ im Diagramm gespeichert, der Ablauf wiederholt sich blockweise.

Welche Faktoren beeinflussen Messdauer und Belastung?

Kleine Abstandswinkel und hohe Wiederholungszahlen erhöhen Genauigkeit, verlängern jedoch die Messung und können die Konzentration des Patienten beeinträchtigen.

Benutzerverwaltung

Wie werden Benutzerkonten im AT2000 erstellt und verwaltet?

Über Einstellungen → Globale Einstellungen → Benutzerverwaltung → Benutzerkonten lassen sich Benutzer anlegen, bearbeiten oder löschen.

Welche Angaben sind für einen Benutzer erforderlich?

Jeder Benutzer benötigt Vorname, Nachname und Benutzername; optional kann ein Passwort vergeben oder als „nicht erforderlich“ markiert werden.

Welche Kontotypen stehen zur Verfügung?

Aktuell sind ausschließlich Administrator-Konten verfügbar, die alle Berechtigungen enthalten.

Welche Einschränkungen gelten beim Löschen von Benutzern?

Ein aktuell angemeldeter Benutzer kann nicht gelöscht werden; jede Löschung muss zusätzlich bestätigt werden.

Wie werden Benutzerkonten genutzt?

Alle in der Liste vorhandenen Konten stehen unmittelbar auf dem Login-Bildschirm zur Anmeldung bereit.

Messverfahren der Tonaudiometrie (zentrale Leiste)

Welche Funktion hat die zentrale Leiste der Tonaudiometrie?

Sie ermöglicht den direkten Wechsel zwischen Messverfahren, das gezielte Platzieren spezieller Messpunkte sowie den Zugriff auf erweiterte Messoptionen.

Welche Messarten können direkt gewählt werden?

Hörschwelle, Unbehaglichkeitsschwelle (UCL) und Komfortpegel (MCL); die Binauralität ist derzeit als Platzhalter vorhanden.

Wie werden spezielle Messpunkte dokumentiert?

Unsichere Messpunkte werden rechteckig umrahmt, „nicht gehört“-Punkte unterbrechen die Kurve, und pro Ohr kann genau ein Tinnitus-Messpunkt erfasst werden.

Welche erweiterten Messoptionen stehen zur Verfügung?

Pegelinkrement (1/2/5 dB), erweiterter Pegelbereich (+20 dB für Kopfhörer), maximale Tonaudiometrie bis 16.000 Hz (nur DD450), zweite Messkurven und Antwortmikrofon.

Welche Besonderheiten gelten für zweite Kurven und Antwortmikrofon?

Zweite Kurven werden mit „2“ markiert und erste Kurven ausgegraut; das Antwortmikrofon unterbricht alle Signale und gibt die Untersucherstimme über aktive Wandler aus, wobei im Freifeld Rückkopplungen auftreten können.

Kindersprachtests & Verhaltensaudiometrie

Welche Kindersprachtests und verhaltensaudiometrischen Verfahren stehen im AT2000 zur Verfügung und wie sind sie integriert?

Über Testauswahl → Ton- und Sprachaudiometrie können Kindertests und Verfahren der Verhaltensaudiometrie gestartet werden; MATCH nutzt eine eigene Oberfläche, während Mainzer und Göttinger Verfahren in die Standard-Sprachaudiometrie integriert sind und dieselbe Bedienlogik wie Freiburger Tests verwenden.

Wie erfolgt die Bedienung und Ergebnisdarstellung bei Mainzer und Göttinger Verfahren?

Wortgruppen werden in der linken Seitenleiste gewählt, die Steuerung erfolgt über Bedienpult oder zentrale Bedienelemente; beim Wechsel zwischen Verfahren werden nur verfahrensrelevante Kurven eingeblendet, im Ausdruck bzw. PDF bleiben jedoch alle Ergebnisse erhalten.

Welche Besonderheiten gelten für Mainzer Kinderlieder und Göttinger Geräusche?

Die Messoberfläche ist angepasst, sodass Items zentral angezeigt und direkt angewählt werden; pro Ohr wird jeweils eine Reaktionsschwelle erfasst, als durchgezogene Linie über den Prüfpegel dargestellt und zusätzlich mit Kürzeln („KL“, „GG“) sowie Notenschlüssel markiert, wobei eine neue Schwelle die vorherige ersetzt.

VRA Viewer (Pädaudiometrie)

Was ist der VRA Viewer und wie wird er eingesetzt?

Der VRA Viewer ist ein unabhängiges Tool zur klassischen Konditionierung in der Pädaudiometrie, das dauerhaft am oberen Bildschirmrand läuft und Bildmaterial als Belohnung präsentiert.

Wie steuert der VRA Viewer Bildschirme und Inhalte?

Per Klick auf das Bildschirmsymbol oder über Hotkeys wird das nächste Bild einer aktiven Bildliste angezeigt; der Viewer wird mit Mainzer-Kindertest-Material ausgeliefert, unterstützt aber auch eigene Bilder und Videos.

Welche Systemvoraussetzungen und Einstellungen sind erforderlich?

Es müssen mindestens zwei Bildschirme angeschlossen sein; in den Einstellungen werden Sprache, Bildschirmzuordnung (Haupt-/Links-/Rechts), Hotkeys sowie Bild- und Videolisten konfiguriert, der Viewer kann pausiert oder geschlossen werden, um Monitore freizugeben.

Welchen audiologischen Zweck erfüllt der Viewer?

Er verstärkt konditionierte Reaktionen, indem das Kind das Hören eines Signals mit einer visuellen Belohnung verknüpft, was Reaktionsklarheit und Reproduzierbarkeit verbessert.

Patienten neu anlegen & bearbeiten

Wie werden Patienten im AT2000 angelegt und strukturiert verwaltet?

In der Patientenverwaltung werden neue Patienten über „Neuen Patient anlegen“ erstellt; die Stammdaten sind in fünf Tabs gegliedert und im Bearbeitungsmodus vollständig editierbar.

Welche Felder sind verpflichtend und wie lassen sie sich konfigurieren?

Pflichtfelder sind rot markiert und können unter Einstellungen → Globale Einstellungen → Patientenstammdaten definiert werden; benutzerdefinierte Felder werden im Bereich „Freie Datenfelder“ angelegt und optional als Pflichtfelder gesetzt.

Welche Zusatzinformationen können patientenbezogen gepflegt werden?

Erweiterte Stammdaten, benutzerdefinierte Felder, Hörsysteme (für testspezifische Zuordnung) sowie freie Kommentare stehen zur Verfügung.

Wie erfolgen Speicherung, Import, Druck und Löschung?

Änderungen werden über Speichern übernommen oder verworfen; Patienten können via GDT-Stammdaten importiert, ausgedruckt, erneut bearbeitet oder nach Bestätigung vollständig gelöscht werden (Löschung mit Warnhinweis).

MATCH: Vorteile in der Pädaudiologie

Welche audiologischen und methodischen Vorteile bietet das MATCH-Verfahren?

MATCH ist ein flexibel einsetzbarer Kindersprachtest mit frei kombinierbarer Wortauswahl aus 26 Wörtern, ausgewogener Phonemverteilung und einem Langzeitspektrum nahe dem International Long-Term Average Speech Spectrum, wodurch natürliche Sprache realitätsnah abgebildet wird.

Wie lässt sich Schwierigkeit, Durchführungsform und Aussagekraft steuern?

Der Schwierigkeitsgrad kann gezielt über Wortauswahl und Pegelführung angepasst werden; MATCH ist offen oder geschlossen (Touchscreen oder Bildkarten) durchführbar und eignet sich dadurch auch für Kleinkinder ab ca. 2 Jahren ohne aktive Sprachproduktion.

Welche Testmodi stehen zur Verfügung und wie wird Motivation gesichert?

MATCH kann mit festem oder adaptivem Pegel durchgeführt werden, wobei das adaptive Verfahren auf ca. 71,4 % Sprachverständlichkeit konvergiert und durch konstante Erfolgswahrscheinlichkeit eine hohe Motivation und valide Ergebnisse ermöglicht.

Welche Zusatzinformationen erhöhen die Validität der Messung?

Antwortzeiten werden dokumentiert, sodass Ermüdungseffekte erkannt und die Plausibilität der Messung überprüft werden können; trotz leichten Lerneffekts bleibt der Test gut wiederholbar.

DAÜ-Prüfung nach EUHA-Leitlinie 04-06 (audiometrischer Teil)

Welches Ziel verfolgt die EUHA-Leitlinie 04-06 zur DAÜ-Prüfung?

Sie standardisiert die Prüfung drahtloser akustischer Übertragungsanlagen und fordert einen messtechnischen Nutzennachweis durch Kombination aus technischer Messbox-Prüfung und audiometrischer Freifeldmessung am Patienten.

Wie ist der empfohlene Messaufbau für die audiometrische Prüfung gestaltet?

Je nach Raum mit mindestens drei Lautsprechern oder einem Deckenkugellautsprecher; der Mittelpunkt zwischen Patient und Anlagenmikrofon muss exakt im Zentrum der Störschallquelle liegen, das Anlagenmikrofon wird 10 cm vor der Nutzschallquelle positioniert.

Welche Korrekturwerte müssen ermittelt werden und wie?

Für den Nutzschall werden getrennte Korrekturwerte an Patienten- und Mikrofonposition bestimmt, für den Störschall ein gemeinsamer Wert (bei 3-Lautsprecher-Setup); Grundlage ist Kalibrierrauschen mit 70 dB SPL, wobei Pegeldifferenzen ≤ 2 dB einzuhalten sind.

Wie werden die Korrekturwerte in der Praxis genutzt?

Sie können dokumentiert, langfristig wiederverwendet und in einem vorbereiteten Multikanal-Audiometrie-Messprotokoll hinterlegt werden, sodass bei Folgemessungen nur noch Positionierung und Aufbau geprüft werden müssen.

AVWS-Diagnostik am AT2000 (Teil 1)

Welche Voraussetzungen gelten für eine AVWS-Diagnostik?

Nach Leitlinie sollte AVWS-Diagnostik nur bei peripherem Normalgehör und bei Kindern ab etwa 7 Jahren erfolgen; die Basisdiagnostik erfolgt über klassische Ton- und Sprachaudiometrie.

Welche auditiven Verarbeitungsbereiche können untersucht werden?

Sprachfreie auditive Diskrimination, dichotisches Sprachverstehen, Sprachaudiometrie mit verminderter Redundanz, binaurale Interaktion sowie Phonem-Diskrimination und -Analyse.

Welche AVWS-Verfahren sind direkt im AT2000 implementiert?

Mit WESTRA-Lizenz stehen dichotische Tests nach Feldmann (Wörter/Zahlen) und Uttenweiler zur Verfügung, durchführbar nach Lehnhardt- oder Berger-Verfahren.

Wie lassen sich Sprach-in-Noise- und binaurale Tests umsetzen?

Alle installierten Sprachtests können mit Störgeräusch durchgeführt werden; MATCH erlaubt zusätzlich binaurale Kopfhörer-Tests mit ipsilateralem Störgeräusch, während Regiometrie einfache binaurale Richtungs-Identifikationen ermöglicht.